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Der Nachmieter – Schillerstraße kehrt mit Jürgen Vogel zurück

Ein etwas komisches Gefühl war es schon nach über einem Jahr wieder an den Ort zurückzukehren, den wir einst »unser Zuhause« nannten.
Die einzige Neuerung im Mediabolo-Ablauf war, dass es keine Platzkarten mehr gab, sondern nur noch nach Sitzreihen Einlass gewährt wurde. Die Verteilung auf die einzelnen Plätze würde dann direkt im Studio durch Mediabolo-Fachpersonal erfolgen.

In der endlosen Wartezeit zwischen Ticketausgabe und Einlass ins Studio überlegten wir, wie es wohl sein würde. Was alle neu wäre? Ob die Wohnung noch ausschaut, wie Cordulas? Ob es überhaupt noch Schillerstraße 9 wäre oder womöglich Schillerstraße 13 (also rechts vom Schillereck ein neues Haus gäbe)? Ob das Schillereck überhaupt noch geblieben wäre? Wie sich Jürgen Vogel wohl machen würden? Und wer wohl überhaupt noch alles dabei sein würde?

Nach den obligatorischen Garderobe-Klo-Gängen, erklang endlich gegen 19.10 Uhr verspätet das allzu vertraute Mediabolo-«Soooooooooooooooooooo… Wir beginnen nun mit dem Einlass.« Gespannt betrat ich das Studio. Das erste vertraute Gesicht war Feuerwehrmann Rolf an der Studiotür. Ein eiliger Blick ins Studio verriet, dass das Schillereck noch genauso eingerichtet war, wie zur letzten Folge vor der »Sommerpause«. Auch Cordulas Wohnung war noch, wie sie ursprünglich eingerichtet war – außer, dass es sehr nach Umzug aussah; Sofa, Couchtisch, Küche, Klavier, Tisch und Kommode waren noch an Ort und Stelle. Viele bekannte Kleinigkeiten, wie z.B. die Figur, der Ralf in der Folge Liebeskummer den Kopf abgeschlagen hatte, standen bereit um eingepackt zu werden; Umzugskartons und Werkzeug hatten in der Wohnung ebenfalls ihre Plätze gefunden. Requisiteure waren noch dabei, hier und da einige Veränderungen vorzeunehmen und die Wohnung auf unbewohnt zu trimmen.

Die nette Mediabolo-Mitarbeiterin wies mich in meine Reihe. Gespannt wartete ich, bis endlich alle Zuschauer im Studio ihre Plätze eingenommen hatten. Währenddessen stieg die Vorfreude immer mehr und die Erinnerungen an die »gute, alte Zeit« kamen ins Gedächtnis. Wie es doch wohl ohne Cordula Stratmann in Kombination mit Ralf Schmitz, Annette Frier und Maddin Schneider werden würde?

Endlich begann mit dem vertrauten Song »Get down on it« Christian Oberfuchshubers Vorprogramm. Im Vergleich zu früher hatte sich nicht viel geändert. Es gab keinen Cordula-Einspieler, Christians Off-Stimme kündigte statt Cordula Stramann diesmal Maike Tatzig an. Wie sonst auch kam statt dieser er selbst aus der Haustür. Das bekannte Warm-Up-Programm begann und ich fand es diesmal extrem langwierig. Auf die Frage, ob noch jemand aufs Klo müsse, verließ doch glatt das halbe Publikum (naja, ok, es waren fünf bis sechs Leute) das Studio.

Gegen 20.00 Uhr bat er dann endlich Maike Tatzig zu sich auf die Bühne. Sie begrüßte das Publikum. Christian Oberfuchshuber und Maike Tatzig witzelten noch wie gewohnt etwas herum. Maike Tatzig kündigte mit große Freude Jürgen Vogel an und bat ihn auf die Bühne: »Ich hätte nicht gewagt zu wünschen, diesen hervorragenden Schauspieler als Nachmieter zu haben – ich hätte geglaubt, er würde uns 'nen Vogel zeigen…« (über diesen improvisierten Wortwitz freute sich Maike sehr).

Jürgen Vogel kam unter tosenden Applaus hinzu und erzählte wie aufgeregt er sei, in Cordula Stratmanns Fußstapfen zu treten. Es gab doch tatsächlich noch Leute im Publikum, die nicht gelesen hatten, dass Cordula nicht mehr dabei ist – so die Menschen mit der lustigen Lache hinter mir…

Nach einer kleinen »Gesprächsrunde« (Maike Tatzig, Jürgen Vogel, Christian Oberfuchshuber und Teile des Publikums) kündigte Maike Tatzig eine neue Frau in der Runde an und bat für die junge Schauspielerin unter Lampenfieber um kräftigen Applaus – Lisa Feller. Auch sie wurde kurz befragt und hatte dann die Ehre »Ladies and Gentlemen, put your hands together for the one and only« – Maddin Schneider auf die Bühne zu holen. Die weiteren Comedians wurden nach und nach dazu geholt: Oliver Welke, Ilka Bessin und Oliver Pocher. Dann verabschiedeten sich die Comedians wieder wie üblich hinter die Bühne, um die Technik einzurichten. Maike Tatzig erklärte noch eine Neuerung: Sie würde die Anmoderation von der Treppe aus machen, so dass hinter ihr die Bühne mit im Bild wäre und anschließend auf ihren Spielleiterplatz gehen.

Doch dies klappte leider nicht auf Anhieb, da Oliver Pocher und Maddin Schneider bereits im Set waren und den ersten Unfug trieben, weshalb das Publikum lachen musste und Maike sich öfters verhaspelte. Nach dem dritten Mal begann dann aber die Aufzeichnung.

Cordula, so Maike Tatzig, sei Hals über Kopf nach Schottland zu einem Schafzüchter ausgewandert und nun packten Oliver Pocher und Maddin Schneider ihre restlichen Gegenstände. Später würde auch noch die ersten Nachmieterkandidaten und die Vermieterin vorbeikommen.

Die erste Anweisung war bereits schon sehr lustig: »Maddin, du hörst diese Stimme wieder.« Nach kurzer Einspielphase mit einigen Lachern kam dann schon Lisa Feller als Wohnungsbesichtigungstermin in die Wohnung. Obwohl sie schon etwas aufgeregt erschien, schlug sie sich sehr gut und hatte eine sympathische Art an sich. Nach dem sie dann wieder ging kam Jürgen Vogel als potentieller Nachmieter. Während Maddin Lisa bevorzugte, waren Oliver und Jürgen bereits gleich die besten Kumpels. Auch Polizist Olli Welke sah sich die Wohnung an, da bereits der neue Freund seiner Frau zu Hause eingezogen wäre und die Garage nicht sehr komfortabel sein. Die Entscheidung über den Nachmieter fällte allerdings Ilka Bessin, Tetjes Schwester, die das ganze Haus geerbt hatte zugunsten von *Überraschung* Jürgen Vogel!

Die Aufzeichnung mit Jürgen Vogel war eine schöne Premiere und den Abend mal wieder wert. Ich hoffe, ich habe noch viele Möglichkeiten, ihn wieder live in der Schillerstraße spielen zu sehen. Auch Lisa Feller hatte uns mit ihrer sympathischen Art schnell überzeugt, dass sie gerne öfters zu Besuch kommen kann. Man hatte zwar bei beiden etwas Nervosität gespürt, und gemerkt, wie routiniert, die anderen mittlerweile sind. Die Routine werden aber Jürgen Vogel und Lisa Feller sicher schnell haben. Auch den trockenen Humor von Olli Welke und Ilka Bessin fand ich sehr passend. Ich finde es gut, beide öfters in der Schillerstraße sehen zu können.

Auch wenn es anfänglich ein komisches Gefühl war, wieder ins Studio D zurückzukehren, desto vertrauter war die Gewissheit beim Verlassen – D, wir kommen wieder! =)

sp

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